17.05.2017
Besuch bei Obstbauern in Lindau - Frostschäden bedrohen Existenzen

Finanzielle Unterstützung für heimische Landwirte dringend notwendig

Der Frost hat in vielen Anbauregionen Deutschlands katastrophale Schäden an den Obstkulturen angerichtet. Das Obstanbaugebiet Bodensee ist besonders stark betroffen: Die in Vollblüte befindlichen Kern- und Steinobstkulturen wurden Ende April großteils zerstört. Um sich ein Bild der Lage zu machen, habe ich mich mit betroffenen Obstbauern in Lindau getroffen.

Angesichts der enormen Schäden setze ich mich dafür ein, dass die EU-Kommission Hilfsgelder bereitstellt: Die Schäden sind regional unterschiedlich, aber dort wo der Frost voll zugeschlagen hat, liegen die Verluste bei bis zu 100 Prozent – beispielsweise beim Steinobst. Der EU-Krisenfonds ist für solche Extremsituationen vorgesehen. Um den betroffenen Bauernfamilien effektiv helfen zu können, müssen jetzt die Weichen von der EU-Kommission entsprechend gestellt werden.

Die verschiedenen politischen Ebenen von der Landes- über die Bundes- bis zur EU-Ebene müssen jetzt ein wirksames Hilfspaket auf den Weg bringen. In Straßburg habe ich bereits eine Aussprache mit dem zuständigen Agrarkommissar Phil Hogan genutzt. um die EU-Kommission zur Bereitstellung von Krisenhilfen aufzufordern.

Die berufsständischen Organisationen für den Erwerbsobstbau haben einen Maßnahmenplan entwickelt, um der existenzbedrohenden Situation zu begegnen:

  • Soforthilfe für die Betriebe, um deren Liquidität und Existenz zu erhalten
  • Bezuschussung einer neu einzuführenden Mehrgefahrenversicherung aus Bundesmitteln wie dies in den vielen Ländern der EU möglich ist
  • Förderprogramme für Bewässerung der Obstkulturen mit Frostschutzanlagen
  • Bildung von steuerfreien Rücklagen zur Absicherung von Risiken in der Landwirtschaft

Ich habe den Obstbauern meine volle Unterstützung zugesichert.