19.06.2018
Engere Beziehungen zu Australien und Neuseeland – eine Chance für Europa

Gastbeitrag Focus Online

US-Präsident Donald Trump hat die internationale Handelspolitik auf den Kopf gestellt, nun muss die EU erst recht auf multilateralen, offenen und regelbasierten Handel setzen. So sieht es die Europaabgeordnete Ulrike Müller. Die Vorsitzende der Delegation des EU-Parlaments für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland erklärt, warum die Pazifikregion für Europa an Bedeutung gewinnt.

In den letzten Wochen und Monaten hat US-Präsident Donald Trump die internationale Handelspolitik kräftig durcheinandergewirbelt: Zu dem Verstoß gegen die internationalen Regeln der Welthandelsorganisation durch die Verhängung von US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa kam noch die Androhung hinzu, auch deutsche Autos mit zusätzlichen Zöllen zu versehen.

Zuletzt nun zogen sich die USA vom gemeinsamen Abschlusskommuniqué der G7 zurück. Kurzum: Donald Trump stellt die europäische wie die internationale Handelspolitik derzeit vor enorme Herausforderungen. Umso wichtiger ist es daher, dass Europa nicht in eine Schockstarre verfällt, sondern seine Verbindungen mit anderen globalen Akteuren in der Welt stärkt.

Wenn die internationale Handelspolitik derzeit auf den Kopf gestellt wird, muss Europa nun erst recht den multilateralen, offenen aber regelbasierten Handel vorantreiben. Die EU ist ein global anerkannter und respektierter Handelspartner. Wir stehen international für die höchsten Standards. Dies gilt es auszubauen – nun mehr denn je.

Große Gemeinsamkeiten mit Australien und Neuseeland

Neue Handelshorizonte können wir mit Blick auf Australien und Neuseeland schaffen. Während derzeit sowohl Neuseeland als auch Australien auf der einen Seite, wie die EU auf der anderen, Abkommen mit vielen anderen Ländern schließen, ist es nur logisch, dass wir auch die Handelsbeziehungen untereinander intensivieren und fit für das 21. Jahrhundert machen.

Als Vorsitzende der parlamentarischen Delegation für Neuseeland und Australien stehe ich im regelmäßigen Austausch mit beiden Ländern und arbeite daran, die Beziehungen der Europäischen Union zu dieser Region zu intensivieren. Während meiner Reisen dorthin habe ich ganz persönlich diese beeindruckenden Länder und Menschen vor Ort kennengelernt.

Die Verbindungen der EU zu beiden Staaten sind historisch und kulturell tief verwurzelt. Wir teilen gemeinsame Werte und Grundsätze. Mit Australien und Neuseeland verbindet die EU seit Langem eine enge und freundschaftliche Partnerschaft.

Einstieg in die Region Asien-Pazifik

Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Milliarden Euro, das mit Neuseeland auf 8,7 Milliarden Euro. Für Neuseeland war die EU zuletzt der zweitwichtigste Wirtschaftspartner, für Australien der drittwichtigste.

Handelsabkommen mit Australien und Neuseeland würden EU-Unternehmen den Einstieg in die wichtige weitere Region Asien-Pazifik erleichtern. Vom bevorzugten bilateralen Handel, der zusätzliche Absatzmöglichkeiten schaffen würde, könnten dabei beide Seiten profitieren.

Zölle und Handelshemmnisse abbauen

Aus der EU nach Australien werden derzeit vor allem Industrieerzeugnisse exportiert, während vor allem mineralische Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte von Australien in die EU gehen. Neuseeland importiert ebenfalls vor allem landwirtschaftliche Produkte in die EU.

Das Ziel der Handelsabkommen mit beiden Ländern sollte daher darin bestehen, Zölle und andere Handelshemmnisse weitestgehend abzubauen und damit generell Kosteneinsparungen und bessere Absatzmöglichkeiten zu schaffen, aber nicht darin, den sensiblen Bereich des europäischen Agrarsektors vollständig zu liberalisieren.

Vor allem bestimmte Bereiche der Lebensmittelproduktion, wie beispielsweise die geografischen Angaben, müssen besonders geschützt werden und unsere weltweit besten Umwelt- und Verbraucherstandards erhalten beziehungsweise nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Bekenntnis zur Offenheit und zum freien Handel

Die Wirtschaftsminister der EU-Staaten haben im Mai 2018 die EU-Kommission mit der Aufnahme der entsprechenden Verhandlungen für Handelsabkommen mit beiden Ländern beauftragt. Jetzt erwarten wir rasche aber sorgsame Verhandlungen, die mit dem erklärten Ziel der EU im Einklang stehen, ein globales, faires und regelbasiertes Handelssystem zu gewährleisten.

Ich hoffe, dass die anstehenden Verhandlungen mit Transparenz und Vertrauen auf beiden Seiten angegangen werden und am Ende ein ausgewogenes Win-Win-Abkommen steht. Denn Europas Antwort auf Donald Trumps Abschottungspolitik sollte ein Bekenntnis zur Offenheit, zum freien und regelbasierten Handel und zur fairen Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern sein.

 

US-Präsident Donald Trump hat die internationale Handelspolitik auf den Kopf gestellt, nun muss die EU erst recht auf multilateralen, offenen und regelbasierten Handel setzen. So sieht es die Europaabgeordnete Ulrike Müller. Die Vorsitzende der Delegation des EU-Parlaments für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland erklärt, warum die Pazifikregion für Europa an Bedeutung gewinnt.

In den letzten Wochen und Monaten hat US-Präsident Donald Trump die internationale Handelspolitik kräftig durcheinandergewirbelt: Zu dem Verstoß gegen die internationalen Regeln der Welthandelsorganisation durch die Verhängung von US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa kam noch die Androhung hinzu, auch deutsche Autos mit zusätzlichen Zöllen zu versehen.

Zuletzt nun zogen sich die USA vom gemeinsamen Abschlusskommuniqué der G7 zurück. Kurzum: Donald Trump stellt die europäische wie die internationale Handelspolitik derzeit vor enorme Herausforderungen. Umso wichtiger ist es daher, dass Europa nicht in eine Schockstarre verfällt, sondern seine Verbindungen mit anderen globalen Akteuren in der Welt stärkt.

Wenn die internationale Handelspolitik derzeit auf den Kopf gestellt wird, muss Europa nun erst recht den multilateralen, offenen aber regelbasierten Handel vorantreiben. Die EU ist ein global anerkannter und respektierter Handelspartner. Wir stehen international für die höchsten Standards. Dies gilt es auszubauen – nun mehr denn je.

Über die Gastautorin

Ulrike Müller sitzt seit 2014 als Abgeordnete für die Freien Wähler im EU-Parlament in der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokratin. Sie ist die Vorsitzende der Delegation für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland

Große Gemeinsamkeiten mit Australien und Neuseeland

Neue Handelshorizonte können wir mit Blick auf Australien und Neuseeland schaffen. Während derzeit sowohl Neuseeland als auch Australien auf der einen Seite, wie die EU auf der anderen, Abkommen mit vielen anderen Ländern schließen, ist es nur logisch, dass wir auch die Handelsbeziehungen untereinander intensivieren und fit für das 21. Jahrhundert machen.

Als Vorsitzende der parlamentarischen Delegation für Neuseeland und Australien stehe ich im regelmäßigen Austausch mit beiden Ländern und arbeite daran, die Beziehungen der Europäischen Union zu dieser Region zu intensivieren. Während meiner Reisen dorthin habe ich ganz persönlich diese beeindruckenden Länder und Menschen vor Ort kennengelernt.

Die Verbindungen der EU zu beiden Staaten sind historisch und kulturell tief verwurzelt. Wir teilen gemeinsame Werte und Grundsätze. Mit Australien und Neuseeland verbindet die EU seit Langem eine enge und freundschaftliche Partnerschaft.

Einstieg in die Region Asien-Pazifik

Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Milliarden Euro, das mit Neuseeland auf 8,7 Milliarden Euro. Für Neuseeland war die EU zuletzt der zweitwichtigste Wirtschaftspartner, für Australien der drittwichtigste.

Handelsabkommen mit Australien und Neuseeland würden EU-Unternehmen den Einstieg in die wichtige weitere Region Asien-Pazifik erleichtern. Vom bevorzugten bilateralen Handel, der zusätzliche Absatzmöglichkeiten schaffen würde, könnten dabei beide Seiten profitieren.

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Zölle und Handelshemmnisse abbauen

Aus der EU nach Australien werden derzeit vor allem Industrieerzeugnisse exportiert, während vor allem mineralische Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte von Australien in die EU gehen. Neuseeland importiert ebenfalls vor allem landwirtschaftliche Produkte in die EU.

Das Ziel der Handelsabkommen mit beiden Ländern sollte daher darin bestehen, Zölle und andere Handelshemmnisse weitestgehend abzubauen und damit generell Kosteneinsparungen und bessere Absatzmöglichkeiten zu schaffen, aber nicht darin, den sensiblen Bereich des europäischen Agrarsektors vollständig zu liberalisieren.

Vor allem bestimmte Bereiche der Lebensmittelproduktion, wie beispielsweise die geografischen Angaben, müssen besonders geschützt werden und unsere weltweit besten Umwelt- und Verbraucherstandards erhalten beziehungsweise nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Bekenntnis zur Offenheit und zum freien Handel

Die Wirtschaftsminister der EU-Staaten haben im Mai 2018 die EU-Kommission mit der Aufnahme der entsprechenden Verhandlungen für Handelsabkommen mit beiden Ländern beauftragt. Jetzt erwarten wir rasche aber sorgsame Verhandlungen, die mit dem erklärten Ziel der EU im Einklang stehen, ein globales, faires und regelbasiertes Handelssystem zu gewährleisten.

Ich hoffe, dass die anstehenden Verhandlungen mit Transparenz und Vertrauen auf beiden Seiten angegangen werden und am Ende ein ausgewogenes Win-Win-Abkommen steht. Denn Europas Antwort auf Donald Trumps Abschottungspolitik sollte ein Bekenntnis zur Offenheit, zum freien und regelbasierten Handel und zur fairen Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern sein.

US-Präsident Donald Trump hat die internationale Handelspolitik auf den Kopf gestellt, nun muss die EU erst recht auf multilateralen, offenen und regelbasierten Handel setzen. So sieht es die Europaabgeordnete Ulrike Müller. Die Vorsitzende der Delegation des EU-Parlaments für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland erklärt, warum die Pazifikregion für Europa an Bedeutung gewinnt.

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US-Präsident Donald Trump hat die internationale Handelspolitik auf den Kopf gestellt, nun muss die EU erst recht auf multilateralen, offenen und regelbasierten Handel setzen. So sieht es die Europaabgeordnete Ulrike Müller. Die Vorsitzende der Delegation des EU-Parlaments für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland erklärt, warum die Pazifikregion für Europa an Bedeutung gewinnt.

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