21.02.2018
Fachgespräch der FREIEN WÄHLER zur Teichwirtschaft in Feuchtwangen

Naturschutz darf nicht an der Wasseroberkante aufhören

Feuchtwangen. Die Teichwirtschaft spielt in vielen Teilen Bayerns eine wichtige wirtschaftliche und kulturelle Rolle. Sie hat eine Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht und ist ein wichtiges Aushängeschild für den Tourismus. Doch Klimawandel, Karpfenschädlinge, Kormoran und Reiher stellen die Teichwirtschaft vor große Herausforderungen. Um Lösungen zu erörtern, hat Gabi Schmidt, FREIE WÄHLER-Abgeordnete und selbst Teichwirtin, am 19. Februar zu einer Fachtagung in das mittelfränkische Feuchtwangen eingeladen.

Vor allem die Biberschäden bereiten der Teichwirtschaft immer noch immense Probleme. Kritisiert wurden die komplizierten und aufwändigen Verfahren für die Schadensregulierung, welche viele davon abhalten überhaupt Entschädigungsanträge aus dem bayerischen Biberfonds zu stellen. Dies ist auch der Grund, warum die Mittel kaum abgerufen werden – die Teichwirte helfen sich in solchen Fällen eher selbst. Probleme bereite auch das Schwarzfischen: Die Hemmschwelle ist gering, da Verurteilungen wegen Fischwilderei selten erfolgen und Strafanzeigen oft eingestellt werden. Hier müssten vor allem die Angler mehr auf fremde Fischer an den Gewässern achten.

Sorgen bereite den Teichfischern auch die Verbreitung des Fischotters, welcher ganze Teichbestände dezimieren könne. Wir brauchen daher ein bayernweites Monitoring-Programm, um das derzeitige Verbreitungsgebiet zu lokalisieren. Nur so könnten die Bestände wirksam kontrolliert und die weitere Verbreitung des Fischotters nach Süden in Richtung Schwaben verhindert werden.

Für mich ist es besonders wichtig, die Artenvielfalt zu erhalten. Dazu braucht es ein Bestandsmanagement, um Überpopulationen von Schädlingen zu verhindern. Außerdem kritisierte ich, dass der Europäische Meeres- und Fischereifonds (EMFF) die Teichwirtschaft – die im Gegensatz zu vielen Aquakulturen stets nachhaltig ist – kaum berücksichtigt.

Dr. Bernhard Feneis, Präsident des Verbands der Deutschen Binnenfischerei und Aquakultur, wünscht sich für die Zukunft der Fischerei vor allem mehr Berührungspunkte der Bevölkerung mit der Teichwirtschaft. Willi Ruff, Vizepräsident für die Angelfischerei des Landesfischereiverbands Bayern, referierte über die Situation der Angelfischer in Bayern. Er betonte die Wichtigkeit der Vernetzung von Angelfischern und Teichwirten. Dadurch könnten die Interessen auf allen Ebenen noch stärker artikuliert werden.