28.07.2017
Reise nach Kasachstan – 13. bis 18. Juli 2017

Spannende Tage liegen hinter mir: Zusammen mit meinen Mitarbeitern habe ich Kasachstan besucht. In der Hauptstadt Astana findet derzeit die Expo statt. Unter dem Motto „Future Energy“ richtet Kasachstan noch bis 10. September dieses Jahres die erste Weltausstellung in Zentralasien aus: 104 Länder und zehn internationale Institutionen präsentieren ihre Beiträge und Innovationen rund um die Themen Klimawandel und Erneuerbare Energien.

Außergewöhnlich – Ist doch Kasachstan reich an Bodenschätzen: Kohle, Erdgas und Öl. So kommt jede vierte Tonne Rohöl in Deutschland aus dem zentralasiatischen Land. Doch der flächenmäßig neuntgrößte Staat der Erde bietet auch ein großes Potenzial für Erneuerbare Energien – bislang werden sie jedoch kaum genutzt. Mit Gani Sadibekov, dem kasachischen Vize-Energieminister, habe ich über die „Green Economy Strategy“ seines Landes gesprochen: Wie nutzt Kasachstan derzeit Erneuerbare Energien und wie kann man diese in der Zukunft noch weiter ausbauen? Und wie lässt sich die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren? Denn wenn die traditionellen Ressourcen erschöpft sind, bleibt keine Energie mehr für die nächsten Generationen. Das Umdenken hin zu einer Energiewende hat bereits eingesetzt. Die Errichtung von Windparks, Wasser- und Solarkraftwerken ist geplant.

Doch nicht nur im Bereich der Erneuerbaren Energien schöpft Kasachstan sein Potential bisher nicht aus, auch in der Landwirtschaft kann das Land noch viel tun. Kasachstan verfügt über eine Fläche von über 200 Millionen Hektar, die für landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung stehen. Tatsächlich werden davon nur rund zehn Prozent für die Landwirtschaft genutzt. Im Ministerium hat mir Vize-Landwirtschaftministerin, Gulmira Issayeva, die Struktur der kasachischen Landwirtschaft dargelegt. Die Folgen der Sowjetunion sind noch deutlich zu spüren. Bis zu deren Zerfall 1991 war die Landwirtschaft in genossenschaftlichen Kolchosen und staatlichen Sowchosen organisiert. Besonders interessiert waren die kasachischen Gesprächspartner an der landwirtschaftlichen Ausbildung in Deutschland. Ich habe sie ins Allgäu eingeladen, um ihnen einige Betriebe vorstellen zu können.

Eine intensivere Kooperation zwischen Kasachstan und der EU – über dieses Thema habe ich mit Roman Vassilenko, dem Vize-Außenminister Kasachstans gesprochen. 2015 haben Kasachstan und die Europäische Union in Astana bereits ein Abkommen zur erweiterten Partnerschaft und Kooperation unterzeichnet, um die politischen Verbindungen zu stärken. Kasachstan arbeitet neben der Wirtschaft auch in Sicherheitsfragen, im Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität mit der EU zusammen. Diese Kooperation ist wichtig für beide Partner und muss weiter gepflegt werden.

Viele Erlebnisse, anregende Gespräche und interessante Menschen – Meine Reise nach Kasachstan hat wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt über den viel zitierten Tellerrand zu schauen.