Lobbyismus bezeichnet ganz allgemein den Prozess, in dem Interessengruppen in Austausch mit dem Gesetzgeber treten. Lobbyisten sind dabei nicht nur Vertreter von Unternehmen und Wirtschaftsbranchen, sondern auch zivilgesellschaftliche Vereinigungen wie NGOs und Verbraucherschützer. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen - im Gegenteil, dieser Prozess ist wichtig, damit die repräsentative Demokratie funktionieren kann. Erstens dient der demokratische Prozess dem gesellschaftlichen Interessenausgleich. Dafür ist es wichtig, dass Abgeordnete alle Interessen hören und verstehen. Zweitens können Gesetze nur dann gut und sachgerecht sein, wenn die Abgeordneten auf das Fachwissen aus der Praxis zugreifen können und zum Beispiel auch über mögliche ungewollte Nebeneffekte informiert werden. Es gilt: gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Je tiefer der Einblick in die Praxis der Betroffenen, desto besser können Regeln gemacht werden. Wichtig ist dabei aber, dass Lobbyismus in transparenter Art und Weise und ausgewogen stattfindet. Deshalb lebe ich beispielsweise großen Wert darauf, dass meine Gesprächspartner im Europäischen Transparenzregister eingetragen sind und dass ich mich mit möglichst allen Seiten treffe.

Das Europaparlament und der Europarat sind die beiden gesetzgebenden Gremien der EU. Gemeinsam können sie über die Vorschläge der Europäischen Kommission entscheiden – diese annehmen oder abändern.

Zudem sind sie die Überwachungsorgane, was die Arbeit der Kommission und weiterer EU-Einrichtungen betrifft. Das Europäische Parlament und der Rat der EU entscheiden auch über den EU-Haushalt. Das Abstimmungsverfahren zwischen Parlament, Rat und Kommission nennt man Trilog.