Für jeden Bericht des Parlamentes, also für Positionen zu Gesetzgebungsverfahren und Initiativberichte, benennt das Parlament einen Abgeordneten, der als „Berichterstatter“ die Arbeit koordiniert und bei Gesetzgebungsverfahren das Parlament als Verhandlungsführer gegenüber Kommission und Rat vertritt. Welche Fraktion den Berichterstatter stellen darf, wird in den Fachausschüssen durch ein Auktionssystem versteigert. Die Fraktionen, die dabei nicht den Zuschlag erhalten, benennen jeweils einen „Schattenberichterstatter“, der ihre Interessen in den jeweiligen Verfahren vertritt und der die fraktionsinterne Arbeit koordiniert. In der Regel verhandeln Berichterstatter und Schattenberichterstatter über Kompromisse zwischen den Fraktionen und bilden bei Gesetzgebungsverfahren gemeinsam das Verhandlungsteam des Parlamentes.

Der Berichterstatter ist übrigens auch namensgebend für seinen Bericht – so wird mein Bericht zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 auch „Müller-Bericht“ genannt.