30.08.2018
Agrarausschuss im EU-Parlament diskutiert über Rückkehr des Wolfes

Müller: Wolf und Weidewirtschaft passen nicht zusammen – Schutzstatus muss geändert werden

Brüssel. Am Mittwoch wurde im Europäischen Parlament eine vom Agrarausschuss in Auftrag gegebene Studie zur Rückkehr des Wolfes und anderer großer Raubtiere diskutiert. Die FREIE WÄHLER-Europaabgeordnete Ulrike Müller zieht nach der Debatte ein klares Fazit: „Mit dem Wolf gibt es kein Miteinander, sondern nur ein Nebeneinander. Vor allem für die Weidewirtschaft wird die Rückkehr des großen Beutegreifers gravierende Folgen haben: Die aktive Bewirtschaftung der Almen und Alpen wird massiv zurückgehen. Unter dem zunehmenden Verlust der Kulturlandschaft werden auch Fauna und Flora in ihrer jetzigen Vielfalt – und damit letztlich auch der Tourismus – leiden. Eine verbuschte und verwaldete Landschaft ist nicht mehr attraktiv. Aufgrund der steigenden Anzahl von Übergriffen ist es daher dringend an der Zeit, den Schutzstatus des Wolfes zu ändern.“

In Bayern gebe es rund 23.000 ha gesetzlich geschützte Alpweiden mit wertvollen Biotopen. Der Bau von Zäunen würde der Landesanstalt für Landwirtschaft zufolge etwa 327 Millionen Euro sowie einen jährlichen Unterhalt von 35 Millionen Euro kosten. Das könne von den Landwirten und Tierhaltern nicht geleistet werden, stellt Müller fest.

Außer Frage stehe, dass bedrohte Tierarten geschützt werden müssten. Doch laut der im EU-Agrarausschuss vorgestellten Studie lebten im Jahr 2016 rund 17.000 Wölfe in Europa. „Wir brauchen ein flexibleres Management geschützter Arten, das sich der Ist-Situation entsprechend anpasst. Dafür bedarf es auf europäischer Ebene einer Überarbeitung und Anpassung der FFH-Richtlinie“, fordert die Europaabgeordnete.

Der Wolf und die Weidewirtschaft passen laut Müller nicht zusammen. Diese Realität müsse sich auch in unseren Vorschriften entsprechend widerspiegeln. „Wenn wir vermeiden wollen, dass die Landwirtschaft in alpinen Regionen verschwindet, brauchen wir dringend wolfsfreie Regionen“, erklärt Müller.

Hinweis: Die im EU-Agrarausschuss vorgestellte Studie finden Sie HIER.