07.06.2019
Bericht zur Wasserqualität: Pestizidrückstände in Wasserproben rückläufig

Grundwasserbericht von Bund und Ländern zeigt konstante Verbesserung der Wasserqualität in Deutschland

Ulrike Müller, Agrarexpertin und Verbraucherschützerin, weist anlässlich eines Artikels in der heutigen Ausgabe der Allgäuer Zeitung darauf hin, dass der Bericht zur Grundwasserbeschaffenheit der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser vom April 2019  eine konstante Verbesserung der Wasserqualität belegt. Der genannte Artikel stellt hingegen die Ergebnisse des Berichts so dar, als würden sie eine negative Entwicklung zeigen.

Konstante Verbesserung der Wasserqualität seit 1990

Der Bericht zur Grundwasserbeschaffenheit identifiziert bei 18,8% der vorgenommenen Messungen Wirkstoffe und Metaboliten. Grenzwertüberschreitungen gab es bei 3,8% der Proben.

Ulrike Müller setzt diese Ergebnisse in den Kontext einer kontinuierlichen Verbesserung der Wasserqualität: "Zwar identifiziert der Bericht Rückstände in 18,8 Prozent der Proben. Mit heutigen Methoden kann allerdings der berühmte "Zuckerwürfel im Bodensee" nachgewiesen werden. Relevant sind also nur die Grenzwertüberschreitungen. Zur Wahrheit gehört deshalb auch, dass die Wasser-Berichte seit 1990 eine konstante Verbesserung verzeichnen.”

Im Zeitraum 1990-1995 gab es Grenzwertüberschreitungen bei 9,7 Prozent der Proben, verglichen mit 3,8 Prozent im aktuellen Bericht. “Diesen positiven Trend hebt der Bericht übrigens eindeutig hervor – leider wurde dies in der Berichterstattung ausgelassen”, kritisiert Müller.

In der EU gelten die weltweit strengsten Richtlinien für Pestizide


Die EU-Abgeordnete Müller hat als Vertreterin im EU-Sonderausschuss für das Genehmigungsverfahren der EU für Pestizide gesessen. Sie weist darauf hin, dass in der EU bereits die weltweit strengsten Regeln für die Zulassung und die Verwendung von Pestiziden gelten. Sie betont darüber hinaus ihren Ehrgeiz, auch die 3,8 Prozent weiter zu senken, bis gar keine Grenzwertüberschreitungen mehr festzustellen sind: "Wir arbeiten daran, noch besser und noch nachhaltiger zu werden. Darüber sollten wir sachlich diskutieren. Panikmache und das gezielte Ausblenden von Fakten, die für die eigene Position unbequem sind, tragen nicht zu einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Umweltpolitik bei. Statt über das Ziel hinausschießende Radikalmaßnahmen zu fordern, sollten wir uns gemeinsam für eine sachliche Debatte einsetzen und realistisch umsetzbare Lösungen entwickeln."


Reaktion auf Grüne Ekin Deligöz – Müller: "Agrarpolitik macht positive Fortschritte"

Ulrike Müller reagiert damit auf einen Zeitungsartikel, der heute in der Allgäuer Zeitung erschienen ist. Unter anderem auch die Augsburger Allgemeine greift das Thema auf.

In diesem Artikel bezieht sich Ekin Deligöz (Grüne) auf den "Bericht zur Grundwasserbeschaffenheit" der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser vom April 2019. In Zitaten hebt der Artikel hervor, dass bei 18,8 % der Proben Wirkstoffe gefunden wurden, bei 3,8% der Proben oberhalb des Grenzwertes. Ekin Deligöz betont, dass über 500 Substanzen zu finden seien. Dazu Ulrike Müller: "Die Grünen picken sich selektiv die Aussagen des Berichtes raus, die ihrer Position nützen, und erklären pauschal "die Agrarpolitik" zur Schuldigen. Sie lassen die positiven Aspekte – allen voran die konstante Reduzierung der Grenzwertüberschreitungen – unter den Tisch fallen. Dies nutzen sie zur Panikmache und zur einseitigen Kritik an einer Landwirtschaftspolitik, die tatsächlich positive Fortschritte macht."

Zum Thema Atrazin-Rückstände sagt Müller: "Es ist natürlich ein Problem, dass die Rückstände dieses schon lange verbotenen Mittels noch nachgewiesen werden können. Damit es solche Fälle in Zukunft nicht wieder gibt, sind die Umweltkriterien bei der Zulassung von Pestiziden in der Vergangenheit bereits massiv verschärft worden. Wir setzen uns in Brüssel aktuell dafür ein, dass die vorgeschriebenen Tests weiter auf den aktuellen Stand der Wissenschaft aktualisiert werden."