01.07.2019
Brenner-Basistunnel: Zukunft steht und fällt mit Bayern

Ulrike Müller sieht Zukunft des Brenner-Basistunnels gefährdet

Ulrike Müller, Euro-Parlamentarierin der Freien Wähler, kritisiert die Verzögerungen, zu denen es in Bayern beim Ausbau der Verkehrsverbindung über den Brenner kommt. Runter von der Straße, rauf auf die Schiene – das muss laut Müller die umweltpolitische Quintessenz für die Zukunft des Schwerverkehrs in Europa sein. Müller sagt: “Die EU soll und will klimapolitische Ziele einhalten, ihre Straßen und Autobahnen entlasten und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger voranbringen. Es kann nicht sein, dass es bei all diesen Vorhaben ausgerechnet in Bayern stockt.”

Müller: Bayern muss endlich alle notwendigen Schritte tun

Im Rahmen ihres Wahlkampfs hat Ulrike Müller die Bauarbeiten des Brenner-Basistunnels besichtigt. Die EU-Abgeordnete aus Bayern hält es für absolut zielführend und für verkehrs- und umweltpolitisch geboten, dass dieses ambitionierte Schienenprojekt langfristig Estland mit Süditalien verbindet: “Gerade Österreich und Italien schieben tatkräftig die Entlastung durch fristgerechten Baufortschritt voran. Es ist verpflichtender Auftrag für Bayern, endlich alle notwendigen Schritte einzuleiten und die entsprechende Beratungen zu führen”, fordert Müller.

Deutschland hängt beim Ausbau der Brenner-Anschlussstrecken hinterher

Der Brenner-Basistunnel ist das aktuell größte europäische Verkehrsprojekt mit geschätzten Kosten von zehn Milliarden Euro, zu finanzieren von Österreich, Italien und der EU. Baubeginn war Ende 2009, bis 2028 sollen die Tunnel fertig sein. Über die alten Brenner-Gleise benötigt man von München nach Verona heute fünfeinhalb Stunden, künftig soll es nur halb so lange dauern.

Für die neue Brenner-Verbindung sind neue, so genannte Zuläufe zum Tunnel notwendig. Über die 55 Tunnel-Kilometer hinaus müssen auch die Anschluss-Strecken modernisiert werden. In Oberbayern ist das Schienennetz jedoch heillos veraltet. Beim Ausbau seines Anteils der Strecke ist Deutschland massiv im Verzug. Zuständig sind die Bundesregierung und die Deutsche Bahn.