01.03.2018
EU-Parlament fordert besseren Schutz von Bienen und mehr Unterstützung für Imker

Müller: Bienen sind elementar für das Ökosystem, Zukunft der Imkerei betrifft alle

Brüssel. Heute hat das Europäische Parlament einen stärkeren Schutz der Gesundheit von Bienen und eine bessere Ausbildung und mehr Unterstützung für Imker gefordert, insbesondere für junge Menschen, die in den Beruf einsteigen. Die Kemptener Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der ALDE-Fraktion im EU-Parlament, Ulrike Müller, begrüßt die heutige Abstimmung und hebt die besondere Bedeutung der Imkerei hervor:  

„Bienen liefern uns nicht nur leckeren Honig, sie sind auch elementar für die Landwirtschaft sowie das gesamte Ökosystem. Die Zukunft der Bienenzucht geht uns alle an. Künftige Vorschläge zur europäischen Agrarpolitik sollten daher die Bedeutung der Imkerei anerkennen und berücksichtigen. Besonders wichtig ist, dass wir den Nachwuchs gezielt fördern – nur so machen wir den Sektor fit für die Zukunft und sichern dauerhaft ausreichend Bienenbestände.“

Der Bericht des EU-Parlamentes behandelt auch die Pestizide Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam, die seit Längerem wegen ihrer Giftigkeit für Bienen umstritten sind. In Folge dessen ist in Deutschland entsprechend der seit Dezember 2013 gültigen europäischen Durchführungsverordnung 584/2013 die Anwendung an bienenattraktiven Blühpflanzen bereits verboten. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hat nun gestern die lang erwartete neuerliche Überprüfung der Bienengiftigkeit dieser Pflanzenschutzmittel veröffentlicht und die Giftigkeit für Honig- und Wildbienen bestätigt.

Müller erklärt dazu: „Der Bericht schafft endlich Klarheit und macht deutlich, dass das Verbot in 2014 richtig und angemessen war. Wir können nun auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage argumentieren und entsprechend agieren. Wichtig ist, dass jetzt nach alternativen Anwendungen für den Pflanzenschutz bei betroffenen bienenattraktiven Nutzpflanzen – wie zum Beispiel Raps – gesucht wird. Denn der Anbau muss ökologisch sinnvoll, aber auch weiterhin wirtschaftlich möglich sein.“