30.03.2017
Europaabgeordnete gegen grundlegende Novellierung der TA-Luft

Müller fordert Beibehaltung der 1:1-Umsetzung

Kempten. Bundesumweltministerium und Bundesumweltamt planen eine grundlegende Neufassung der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft – kurz TA-Luft. Die bayerischen Landwirte sehen die aktuellen Entwicklungen mit großer Sorge und befürchten erhebliche negative Auswirkungen auf ihre Tierhaltungsbetriebe. So sieht die Novellierung strengere Mindestabstände zwischen Wohnbebauung und stickstoffempfindlichen Pflanzen vor. Zudem soll die Einführung von Abluftreinigungstechniken künftig für alle Betriebe verpflichtend sein, nicht nur für Neuanlagen.  

Unterstützung erhalten die Landwirte von der Allgäuer Europaabgeordneten Ulrike Müller: Sie lehnt eine weitere Verschärfung der TA-Luft ebenfalls ab. „Die 1:1-Umsetzung ist völlig ausreichend. Das Ziel der Luftreinhaltung ist absolut nachvollziehbar, darf allerdings nicht auf dem Rücken unserer Landwirte stattfinden“, erklärt Müller. Die Emissionen der Landwirtschaft müssten natürlich weiter reduziert werden, allerdings dürften dabei die landwirtschaftlichen Betriebe nicht überfordert werden. Gerade die kleineren und mittleren Tierhaltungsbetriebe würden oft unter dem zusätzlichen Investitionsbedarf aufgrund neuer Regelungen leiden.  

Müller – selbst Landwirtin – befürchtet, dass die geplante Novellierung der TA-Luft das Tierwohl ausbremst: „Außenklimaställe werden bald der Vergangenheit angehören, sollten die angekündigten Neuerungen tatsächlich kommen. Das Wohl unserer Tiere muss vor der Luftreinhaltung stehen, das sollte jedem klar sein“, stellt Müller fest.