17.11.2017
Europäisches Parlament beschließt Aktionsplan für bessere Durchführung von Naturschutzrichtlinien

Müller: Flexibleres Management geschützter Arten ermöglichen

Brüssel/Kempten. Wolf und Biber - für die Landwirtschaft sind diese Tier ein rotes Tuch. Die Populationen werden wieder stärker und beeinträchtigen allzu oft die landwirtschaftliche Arbeit. Denn: Wolf und Biber fallen unter die FFH-Richtlinie und zählen zu den geschützten Arten. Das Europäische Parlament fordert nun eine flexiblere Handhabung des Managements grundsätzlich geschützter Arten in Regionen, in denen ein guter Erhaltungszustand erreicht wurde. Ein Beispiel dafür ist der Biber in Bayern.

„Auch wenn die FFH- und Vogelschutzrichtlinien grundsätzlich nicht geöffnet werden sollen, stellen einige geschützte Arten regional ein Problem dar. Und dafür brauchen wir dringend Lösungen“, erklärt die Allgäuer Europaabgeordnete Ulrike Müller, die selbst Landwirtin ist. „Große Beutegreifer, wie der Wolf, wirken sich in manchen Regionen negativ auf die nachhaltige Entwicklung der Ökosysteme aus und auch auf Landwirtschaft und Tourismus. Im Europaparlament fordern wir daher von der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten eine bessere Nutzung der Flexibilität beim Management geschützter Arten in den Regionen.“

Die Kommission hatte nach einer Überprüfung der EU-Naturschutzrichtlinien festgestellt, dass diese grundsätzlich ihren Zweck erfüllen, aber von den Mitgliedsstaaten besser umgesetzt werden müssen. Dazu wurde ein konkreter Aktionsplan aufgestellt mit dem Ziel, die Mitgliedsstaaten in der praktischen Durchführung der Naturschutzrichtlinien – gemeint sind NATURA 2000, die FFH-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie – rasch zu unterstützen. Zu diesem Aktionsplan hat das Europäische Parlament nun in einem Entschließungsantrag Stellung genommen.

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