03.10.2018
Europäisches Parlament stimmt für schärfere CO₂-Regulierung bei Pkw

Müller: Beschluss gefährdet Arbeitsplätze in Europa

Straßburg. Das Europäische Parlament hat heute für eine deutliche Verschärfung der CO₂-Regulierung für PKW und leichte Nutzfahrzeuge gestimmt. Das heißt konkret: Die Autohersteller müssen ab 2021 den Spritverbrauch von Neufahrzeugen um 20 Prozent bis 2025 und um 40 Prozent bis 2030 senken und zum Beispiel mehr Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf den Markt bringen. Das geht deutlich über die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen 30 Prozent bis 2030 hinaus. Außerdem wird durch die Einführung eines Bonus-Malus-Systems eine Elektroquote (20 Prozent bis 2025, 35 Prozent bis 2030) durch die Hintertür eingeführt.

Dazu Ulrike Müller, Europaabgeordnete der FREIEN WÄHLER: „Klar ist, dass Änderungen hin zu einer emissionsarmen Mobilität dringend notwendig sind, um unsere Klimaschutzziele bis zur Mitte des Jahrhunderts zu erreichen – doch diese Anpassungen sollten auch umsetzbar sein. Die jetzt beschlossenen Vorgaben sind durch unsere Klimaziele nicht zu rechtfertigen und gefährden die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Europa. Auch die Politik hat in den vergangenen Jahren notwendige Weichenstellungen verschlafen – deshalb sind jetzt breite Maßnahmen beispielsweise zum Infrastrukturaufbau gefragt, statt einseitig die Hersteller zu bestrafen.“

Müller befürwortet, dass in Zukunft Lebenszyklus-Analysen angestrebt werden sollen. Durch diese können die Antriebstechnologien neutraler bewertet werden, da alle Emissionen – auch die bei der Herstellung der Fahrzeuge, des Kraftstoffs sowie beim Recyclingaufwand –  berücksichtigt werden, statt wie bisher lediglich die Auspuffabgase.