31.08.2017
Fipronil in Eiern: Europäisches Frühwarnsystem muss verbessert werden

Müller: „Bisheriges Warnsystem nicht schnell und effizient genug, Leidtragende sind Landwirte und Verbraucher“

Brüssel. Heute hat der Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes einen Vertreter der EU-Kommission zur illegalen Verwendung des Insektizids Fipronil befragt. Die meisten EU-Mitgliedstaaten sind von den belasteten Eiern und den daraus entstandenen Konsequenzen in der Lebensmittelkette betroffen.

Die Freie Wähler-Abgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der ALDE-Fraktion im Europaparlament, Ulrike Müller, forderte nach der heutigen Anhörung ein verbessertes Frühwarnsystem, um Verbraucher und Landwirte besser zu schützen: „Der Fipronil-Skandal hat gezeigt, dass das bisherige Warnsystem RASFF nicht schnell und effizient genug ist. Ein europäisches Schnellwarnsystem sollte aber genau das halten, was sein Name verspricht – es muss umgehend und europaweit warnen. Es ist erschreckend, dass die zuständige Behörde in einem EU-Land von der unerlaubten Verwendung des Insektizids Kenntnis hatte, diese Information dann aber erst mit Wochen Verzögerung an andere Mitgliedstaaten weitergegeben hat.“
 
Die Leidtragenden seien die verunsicherten Verbraucher und die betrogenen Landwirte. Den Bauern entstehe nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden, sie erhielten auch wieder einmal negative Presse, stellt Müller fest. „Der Skandal hat deutlich gemacht, dass sich der Kauf von regionalen Produkten lohnt. Direkt vor Ort einzukaufen, bietet immer noch die meiste Sicherheit.“