11.03.2019
Freie Wählerinnen organisieren sich

Beim FREIE WÄHLER Bundesparteitag wollen weibliche Mitglieder eigene Frauenorganisation gründen

Mit einer Resolution, die die Gründung einer eigenständigen FREIE WÄHLER Frauenorganisation fordert, endete eine Tagung mit rund vierzig Teilnehmerinnen in Nierstein (Rheinland-Pfalz). Sie soll bei der am 16. März anstehenden Bundesmitgliederversammlung der FREIE WÄHLER in Aschaffenburg eingebracht werden. Die Resolution ist das Ergebnis einer Konferenz, zu der die Europa-Abgeordnete Ulrike Müller eingeladen hatte. Hier ging es am 8. und 9. März um die Motive und Hindernisse für politisches Engagement von Frauen auf allen politischen Ebenen.

Gründung von FREIE WÄHLER Frauenorganisation geplant

Die Verfasserinnen der Resolution fordern die Gründung einer eigenständigen FREIE WÄHLER Frauenorganisation mit Sitz und Stimme im Präsidium der FREIE WÄHLER. Sie sind entschlossen, eine solche Frauenorganisation als eigenständige Einheit zu begründen und streben eine Vertretung im Deutschen Frauenrat und weiteren Netzwerken von Frauenorganisationen an.

Ulrike Müller bekräftigte: “Wir Frauen haben andere Sichtweisen, und die gehören kommuniziert. Außerdem ist Selbstorganisation ein elementarer Faktor, um etwas verändern zu können, sei es in einer Partei, einer Gesellschaft oder im Staat. Und nur mit eigenständigen Strukturen können wir Mitglied in Frauen-Netzwerken werden, die so wichtig sind für die politische Mitwirkung von Frauen.”

Realisierung politischer Vorhaben in bestehenden Strukturen nicht möglich

Hinter der Resolution steht die Sorge der Teilnehmerinnen angesichts aktueller negativer Entwicklungen in Bezug auf Frauenrechte in europäischen Gesellschaften und der unzureichenden Repräsentation von Frauen in Parlamenten auf allen politischen Ebenen. Die Teilnehmerinnen sind geleitet vom Wunsch, nicht länger als Einzelkämpferinnen zu arbeiten oder als “Quotenfrau” zu gelten und innerhalb der FREIE WÄHLER eigene Ideen und Gedanken voranzubringen. Sie sind überzeugt, dass Frauenpolitik alle Themen des gesellschaftlichen und politischen Lebens umfasst und Vernetzung eine Grundvoraussetzung für das politische Engagement von Frauen ist. In den bisherigen Strukturen innerhalb der FREIE WÄHLER sei eine angemessene Interessenvertretung und Realisierung politischer Vorhaben nicht zielführend und zufriedenstellend möglich. Vielmehr sei es wichtig, dass Frauen bei den FREIE WÄHLER endlich ein offizielles Sprachrohr bekommen, über das ihre Meinung unverfälscht kundgetan werden kann.

FREIE WÄHLER Bundesparteitag am kommenden Wochenende

Die Bundesmitgliederversammlung der FREIE WÄHLER findet am 16. März von 11:00 bis 18:00 Uhr in der Stadthalle am Schloss in Aschaffenburg statt. Ein eingebrachter Satzungsänderungs-Antrag seitens der Bundespartei sieht die Gründung einer Arbeitsgruppe Frauen in der bestehenden Parteistruktur vor. Die Verfasserinnen der Resolution sind der Ansicht, dass Frauenpolitik weit über den von der Geschäftsführung der Bundespartei vorgelegten Antrag hinausgeht und lehnen den vorliegenden Satzungsänderungs-Antrag als diskriminierend grundsätzlich ab.