13.09.2017
Klimaschutz und Forstwirtschaft: EU-Parlament beschließt LULUCF-Verordnung

Ulrike Müller: Finaler Kompromiss ist praktikable Lösung für Waldbesitzer und -nutzer

Straßburg. Heute hat das Europäische Parlament einem Bericht zugestimmt, der einen Rechtsrahmen für die Emission und den Abbau von Treibhausgasen aus Landnutzung, Landnutzungsveränderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) nach 2021, also nach Auslaufen des Kyoto-Protokoll 2020, schafft. Demnach sollen die Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass angerechnete CO2-Emissionen aus der Landnutzung durch einen entsprechenden Abbau von CO2 mittels Maßnahmen in demselben Bereich ausgeglichen werden.

Die FREIE WÄHLER-Abgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der ALDE-Fraktion im Europaparlament, Ulrike Müller, begrüßt die Verabschiedung des Berichts als gute Kompromisslösung: "Der heute abgestimmte Gesetzesvorschlag stellt eine praktikable Lösung und damit einen guten Kompromiss dar. Es war mir besonders wichtig, dass kein neuer Verwaltungsaufwand für Waldbesitzer und europäische Nutzer entsteht. Wir brauchen nicht mehr Bürokratie."

Die Umsetzung der Verordnung biete genug Flexibilität, sodass Entscheidungsträger und Akteure vor Ort aktiv an der Festlegung von Maßnahmen und Strategien beteiligt werden, so Müller. Dadurch könnten regionale Besonderheiten besser berücksichtigt werden. Denn weder die Wälder als solche noch die Historie der Waldbewirtschaftung seien überall gleich.

„Unsere Wälder haben nicht nur einen hohen wirtschaftlichen, sondern auch einen sozialen und ökologischen Wert, denn sie tragen ganz effektiv zum Klimaschutz bei. Oberste Priorität sollte es sein, unsere Wälder und den Forstsektor nachhaltig zu stärken, zum Beispiel durch gezielte Aufforstung – denn das ist auf lange Sicht immer noch die beste Strategie für mehr Klimaschutz", ist die Europaabgeordnete überzeugt.