28.02.2017
Ulrike Müller: Landwirte brauchen Planungssicherheit bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln

Fraktionsübergreifender Brief an Kommissionspräsident Juncker und Gesundheitskommissar Andriukaitis

Brüssel. Im anhaltenden Streit um die Definition sogenannter endokriner Disruptoren plant die Europäische Kommission den Mitgliedsstaaten im Laufe dieser Woche einen neuen Entwurf vorzulegen. Dieser sieht eine überarbeitete Definition vor, nach der die zunächst geplante Ausnahmemöglichkeit für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei vernachlässigbarem Risiko nun doch nicht enthalten sein soll.
Die Abgeordnete Ulrike Müller kritisiert diese Entscheidung und hat sich deshalb fraktionsübergreifend mit acht weiteren Abgeordneten an die Europäische Kommission gewandt, um die Ausnahmemöglichkeit aufrecht zu erhalten. „Ein pauschales Verbot führt nicht zu einem besseren Verbraucherschutz, sondern lässt die Landwirtschaft im Regen stehen. Landwirte benötigen Planungssicherheit und müssen auch künftig in der Lage sein, bei Bedarf Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Schon heute erfüllen unsere Landwirte die höchsten Qualitätsund Umweltstandards weltweit. Wir dürfen ihnen die Möglichkeit, Pflanzenschutzmittel anzuwenden, nicht unnötig einschränken“, betont die FREIE WÄHLER Europaabgeordnete Ulrike Müller.

Zum Hintergrund: Die Pflanzenschutzmittelverordnung hat bisher mit einer Behelfsdefiniton für endokrine Diskruptoren gearbeitet. Die Kommission sollte bis 2013 eine Definition vorschlagen, was sie jedoch versäumt hat. Nach einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof steht sie nun unter Druck, den Prozess abzuschließen.