07.08.2018
Wolfsübergriffe im Oberallgäu

Müller: Das Allgäu muss wolfsfrei werden

Kempten. Aufgrund der in jüngster Zeit vermehrten Wolfsübergriffe im Oberallgäu weist die Europaabgeordnete Ulrike Müller daraufhin, dass schon im November letzten Jahres im EU-Parlament mit der Überarbeitung der FFH-Richtlinie ein Aktionsplan zur besseren Durchführung von Naturschutzrichtlinien beschlossen wurde, welcher ein flexibleres Management geschützter Arten ermöglicht. Da alles daraufhin deutet, dass es sich hier um ein standorttreues Einzeltier handelt, von welchem auch zukünftig große Gefahr für die heimische Weidewirtschaft ausgeht, müssen wir die bestehenden Möglichkeiten vollständig ausschöpfen. Für die FREIEN WÄHLER steht fest, dass Wolf und Weidewirtschaft nicht zusammenpassen.

Der Wolf zählt europaweit durch zahlreiche Vorgaben zu einer der am höchsten geschützten Tierarten. So lebten nach Schätzungen des WWF im Jahr 2013 ca. 10.000 Wölfe in Europa, womit völlig unstrittig ist, dass der Wolf in Europa nicht vom Aussterben bedroht ist. Vielmehr verdoppelt sich die Population in Deutschland momentan alle drei Jahre.

Vor diesem Hintergrund kann der Schutz von unzähligen anderen Arten, die in unserer Region nur durch die nachhaltige Bewirtschaftung durch die Weidetierhaltung gewährleistet werden kann, nur durch die gezielte Entnahme der Wölfe gesteuert werden.

Schon heute können im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie der EU bestimmte Gebiete wolfsfrei gehalten werden. Es dürfen hier ausdrücklich wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Bereits drohende Schäden reichen aus um Entnahmen zu begründen. Diese Möglichkeit wird bereits jetzt von vielen unserer Nachbarländer, wie Polen, Spanien und Norwegen genutzt.

Auch im § 45 Abs. 7 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist die Abwendung von Schäden in der Landwirtschaft, der Schutz von natürlich vorkommenden Tieren und Pflanzen und auch andere zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses als Möglichkeit vom strengen Schutz abzuweichen verankert.

Die Allgäuer Europaabgeordnete der FREIEN WÄHLER Ulrike Müller fordert deshalb den Freistaat Bayern auf das Allgäu zum Weideschutzgebiet zu erklären: „Große Beutegreifer, wie der Wolf, wirken sich in unserer Regionen negativ auf die nachhaltige Entwicklung des Ökosystems aus und schaden nachweislich der Landwirtschaft und dem Tourismus. Wir müssen deshalb die bestehenden Freiräume im BNatSchG nutzen, um den Schutzstatus des Wolfes in Deutschland abzusenken. Hier muss Bayern mutig vorangehen, damit das Allgäu wolfsfrei wird.“

Lesen Sie hierzu auch meine PM von November 2017: Europäisches Parlament beschließt Aktionsplan für bessere Durchführung von Naturschutzrichtlinien