10.07.2013
Attraktive Ganztagsbetreuung

München | Missen 10.07.2013.
München (be). Nirgendwo in Deutschland werden anteilig weniger Kinder ganztägig unterrichtet als in Bayern. Obwohl inzwischen mehr als 45 Prozent aller bayerischen Schulen Ganztagsangebote machen, werden sie nur von jedem zehnten Schüler genutzt. Bundesweit ist es jeder vierte Schüler. „Das ist eine niederschmetternde Bilanz der Spaenle’schen Bildungspolitik“, so Ulrike Müller, MdL der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion. Dabei wäre der Bedarf auch in Bayern durchaus vorhanden. Das bayerische Angebot für Ganztagsbetreuung sei aber für viele Schüler und Eltern unattraktiv oder wegen unflexibler Zeiten und großer räumlicher Entfernung nicht nutzbar. „Dringend erforderlich sind Angebote, die die normalen Arbeitszeiten der Eltern sowie einen Gutteil der Ferien abdecken. Nur dann leistet die Ganztagsschule ihren Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.
Vor allem, so Müller, müsse die Ganztagsbetreuung durch ihre Qualität überzeugen können, was nur mit einer ausreichenden finanziellen und personellen Ausstattung möglich sei. Müller fordert deshalb einen seit mehreren Jahren ausgebliebenen Inflationsausgleich bei der Kostenerstattung. Für Lehrkräfte in Ganztagsklassen seien dringend eine höhere Stundenzuweisung und zusätzliche Anrechnungsstunden notwendig. Dringend überdacht werden müssten aber auch einige der vom Kultusministerium gestellten Bedingungen für den Ausbau der Betreuung. So scheiterten wohnortnahe Angebote vielfach an der Vorgabe, dass neue Ganztagsklassen nur gebildet werden dürfen, wo die normale Mindestschülerzahl erreicht wird und sich dadurch die Zahl der Parallelklassen nicht erhöht.
Freie Wähler – Politik mit gesundem Menschenverstand

Ulrike Müller, MdL FREIE WÄHLER fordert eine deutliche Verbesserung in der Bildungspolitik