18.05.2018
Gespräch mit LEADER-Projektmanagern aus Bayern

Müller informiert über Vereinfachung von Programmen

Brüssel. Bei einem Gespräch im Europäischen Parlament am Donnerstag hat die Kemptener Europaabgeordnete Ulrike Müller über das LEADER-Programm der Europäischen Union informiert. Projektmanager aus Bayern sind nach Brüssel gekommen und haben über die künftige Ausgestaltung des Programms diskutiert. Start der neuen LEADER-Programme ist 2020. Für die Förderperiode 2014 – 2020 standen rund 115 Millionen Euro an EU- und Landesmitteln für Projekte in Bayern zur Verfügung. Das Förderprogramm LEADER unterstützt die Entwicklung ländlicher Regionen in Deutschland. Mit diesen Geldern werden etwa Kulturtreffs gegründet, Bürgerzentren geschaffen oder touristische Projekte gefördert.

„Im Mittelpunkt steht der ländliche Raum als Lebensraum. Diesen wollen wir auch in Zukunft möglichst attraktiv und lebenswert gestalten. Dabei nimmt das LEADER-Programm eine Schlüsselfunktion ein. Deshalb ist es so wichtig, dass die ländliche Entwicklung auch künftig mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet wird“, erklärt Müller. Derzeit bestehe die Gefahr, dass Fördergelder für das Programm gekürzt werden, das würde auch weniger Geld für Deutschland bedeuten. Diesen Plänen erteilt Müller eine klare Absage.

Allerdings sei es dringend notwendig, das Programm zu  vereinfachen. Es gebe viele komplizierte Vorgaben und lange Antragsverfahren, oft fließe das Geld erst spät an die LEADER-Projekte. „Für Vereine, Privatpersonen und Unternehmen ist es gar nicht so leicht, an die Fördergelder zu kommen. Teilweise verhindert das bürokratische Geflecht, dass die bereitgestellten Fördermittel überhaupt abgerufen werden“, stellt Müller fest. Für die Europaabgeordnete ist es daher wichtig, die unterschiedlichen Akteure auf europäischer Ebene, Bund- und Landesebene sowie in den Regionen besser miteinander zu vernetzen. „Schließlich wissen die ortsansässigen Akteure am besten, wie der ländliche Raum in ihrer Region weiterentwickelt werden kann und was nötig ist, um die Attraktivität der Heimat zu steigern“, sagt Müller. Die Europaabgeordnete hat deshalb angekündigt, im November dieses Jahres eine Konferenz auf bayerischer Ebene zu organisieren, um alle Beteiligten an einen Tisch zu holen.