26.06.2018
MdEP Ulrike Müller sichert Gabriel-Chemie Unterstützung zu

  • Bei Besuch der Gabriel-Chemie in Weitnau nimmt MdEP Müller, FW, klare Haltung ein
  • Einstufung von Titandioxid wird auf Bundes- und EU-Ebene hinterfragt
  • Eine einheitliche Beurteilung von Gefahrstoffen ist notwendig

Weitnau .Umfassende Unterstützung auf europäischer sowie auf Bundesebene hat MdEP Ulrike Müller, FW, beim Besuch der Gabriel-Chemie in Weitnau am 25. Juni zugesagt. Im Gespräch mit Geschäftsführer Andreas Wingartz, Betriebsleiter Andreas Moog und Karsten Buhmann, Produktsicherheit, sicherte die Politikerin zu, sich für das Oberallgäuer Unternehmen bei der chemikalienrechtlichen Einstufung des Farbmittels Titandioxid einzusetzen.

Titandioxid wird in vielen Dingen des täglichen Lebens als weißes Farbmittel eingesetzt. Es findet sich inWandfarben, Lacken Kunststoffartikeln, aber auch in Kosmetika und sogar in Lebensmitteln. Dieses in der Regel als Pulver vorliegende Farbmittel soll als „vermutlich krebserzeugend“ eingestuft werden. Zahlreiche mittelständische Betriebe, wie beispielsweise die Gabriel-Chemie und deren Kunden, stelle eine solche Einstufung vor große Probleme, betonte Geschäftsführer Wingartz.

Auf Resultaten aus Tierversuchen basiere die derzeitige politische Diskussion, ergänzte Buhmann. Und weiter: „Diese Tierversuchsstudien sind aber weder auf den Menschen übertragbar noch ist eine Einstufung anderweitig wissenschaftlich begründet.“ Eine etwaige Einstufung könne gar zur Folge haben, dass weiße Wandfarben für den Heimwerker nicht mehr verfügbar wären oder titandioxidhaltige Abfälle wie Tapeten als Sondermüll entsorgt werden müssten, klärte Wingartz auf.

Die Europa-Abgeordnete sagte den Unternehmensvertretern zu, sich im Europäischen Parlament und bei den deutschen Behörden dafür einzusetzen, diese aus rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht fragwürdige Bewertung abzuwenden. Letztlich sei auch eine einheitliche, europaweite Beurteilung von Gefahrstoffen unabdingbar, waren sich Unternehmensleitung und Politikerin einig.

Neben den Folgen des Brexit für die Gabriel-Chemie Gruppe, die auch einen Standort in England betreibt, wurden weitere europäische Themen diskutiert. Für die Gabriel-Chemie, die als Rohstofflieferant für die gesamte Kunststoffindustrie, vor allem in Europa tätig ist, sind zollfreier Handel und eine einheitliche Währung wichtige Säulen des Unternehmenserfolges. Wenngleich, so betonte Wingartz, Europa deutlich mehr sei, als eine Wirtschaftsgemeinschaft. Europa ruhe auf drei eindeutigen Werte-Säulen, so der Geschäftsführer.

 

Quelle: Gabriel Chemie