13.01.2019
Diskussion über Gemeinsame Agrarpolitik an der Landvolkshochschule Wies

Müller: In Brüssel gestalten wir die bäuerliche Zukunft für die nächsten 15 Jahre

Wies. Ulrike Müller, Europaabgeordnete der FREIEN WÄHLER, eröffnete am 7. Januar 2019 ein dreitägiges Bildungsseminar in der Landvolkshochschule Wies in Steingaden. Sie sprach vor etwa 50 Meisterinnen der ländlichen Hauswirtschaft und Landwirtschaftsmeistern über die Entwicklung der europäischen Agrarpolitik, auch angesichts der Veränderungen, die sich aus dem Brexit ergeben. Im Rahmen der zweistündigen Veranstaltung ergab sich eine rege Fachdebatte zur gemeinsamen Agrarpolitik zwischen der Europapolitikerin, die im Oberallgäu selbst eine Landwirtschaft betreibt, und dem diskussionsfreudigen Publikum.

Als Bäuerin und als Europapolitikerin kenne ich beide Seiten der Medaille”, so Müller.Ich bin vom Fach und weiß aus eigener Erfahrung um die Alltagssorgen auf einem bäuerlichen Familienbetrieb. Nach fünf Jahren im Europäischen Parlament kenne ich andererseits die Strukturen in Brüssel und kann dort die Belange der kleineren Betriebe einbringen und ihre Position stärken.”

Zwischen Müller, selbst ausgebildete landwirtschaftliche Hauswirtschafterin, und den landwirtschaftlichen Fachleuten entwickelte sich eine ausführliche Fachdiskussion über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik. Es ging um praktische Alltagsfragen wie Tiermedikation, um die Debatten rund um ausgebrachte Gülle bis hin zum Brexit und den großen europäischen Politiklinien, die für die nächsten fünfzehn Jahre die Rahmenbedingungen vorgeben werden.

Die bäuerliche Bevölkerung ist eine tragende Säule im ländlichen Gesellschaftsleben”, betont Müller.Unsere Landwirte produzieren nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern sind ganz wichtig für das soziale Miteinander in den Dörfern, für das Vereinsleben und die Kulturlandschaftspflege. Für ihre Belange setze ich mich in Brüssel ein und trage dafür Sorge, dass Familienbetriebe eine gute Zukunft haben. Mischkulturen und familiäre Betriebe sollen sich wieder lohnen.”

Vielfalt der Landwirtschaft in Europa bewahren

Die FREIEN WÄHLER fordern eine angemessene Mittelausstattung der Landwirtschaftspolitik in Europa, Bürokratie-Abbau, gleiche Wettbewerbsbedingungen und faire Preise. Die Gemeinsame Agrarpolitik soll künftig markt- und leistungsorientiert funktionieren. Zugleich wollen die FREIEN WÄHLER die Position der Landwirte gegenüber Großkonzernen im Einzelhandel stärken. Sie setzen sich für regionale landwirtschaftliche Vielfalt ein und stellen Lebensmittelsicherheit, Artenschutz und Tierwohl in den Fokus. Eine wichtige Zukunftsperspektive sehen die Freien Wähler in der Digitalisierung der Landwirtschaft, Stichwort “Smart Farming”.

Brexit darf nicht auf Kosten der Regionalförderung gehen

Mit dem Vereinigten Königreich verlässt ein wichtiger Nettozahler die Europäische Union. Die FREIEN WÄHLER fordern, dass diese Einnahmeverluste nicht zulasten der europäischen Regionalförderung gehe, die auf dem bisherigen Niveau weiterlaufen soll. Auch die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation dürfe nicht unter dem Brexit leiden. Weitere Zugeständnisse an das Vereinigte Königreich schließen die FREIEN WÄHLER aus.

Vereinigtes Königreich importiert jährlich deutsche Agrar-Produkte im Wert von fünf Milliarden Euro

Der bevorstehende Brexit stellt auch die Landwirtschaft in Bayern vor große Herausforderungen. Das Vereinigte Königreich (UK) importiert jährlich Agrargüter und Nahrungsmittel im Wert von ca. 50 Milliarden Euro. Ganz vorn liegen dabei Fleisch und Fleisch-Produkte, Gemüse und Milcherzeugnisse. Rund zehn Prozent dieser Güter bezieht das UK aus Deutschland. Damit ist es für Deutschland das wichtigste Netto-Agrar-Exportland mit einem Exportvolumen (2015) von knapp 5 Milliarden Euro. Angesichts der neuen Handelshürden, die durch den Brexit entstehen werden, sind deutsche Erzeuger verunsichert.