16.05.2017
Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung im EU-Parlament vorgestellt

Müller fordert: „Lebensmittelspenden erleichtern!“

Straßburg.Die Verschwendung von Lebensmitteln ist eines der drängenden Themen unserer Zeit und geht uns alle an. Denn einerseits leben nicht alle Menschen in Europa im Überfluss - so können sich 55 Millionen Europäer nicht mal alle zwei Tage eine vollwertige Mahlzeit leisten. Andererseits stammt mehr als die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel aus privaten Haushalten: Bei einer Gesamtmenge von 88 Millionen Tonnen pro Jahr heißt das, dass jeder von uns knapp zwei Kilogramm Lebensmittel pro Woche in die Tonne schmeißt. „Die Europäische Union hat dieser Verschwendung den Kampf angesagt. Ziel ist es, bis 2030 die Lebensmittelabfälle zu halbieren. Bisher fehlen uns dazu aber noch die passenden Instrumente. Das muss sich schnellstens ändern“, fordert die Allgäuer Europaabgeordnete Ulrike Müller.

Um effektive Maßnahmen entwickeln zu können, müssten deshalb so schnell wie möglich eine einheitliche Definition sowie Messmethoden vorgelegt werden. Ein entsprechender Bericht, bei dem Müller Schattenberichterstatterin war, wurde heute im EU-Parlament verabschiedet. Dieser sei die Grundlage für das weitere Vorgehen der Europäischen Union. Müller zufolge sind die Verbraucher der Schlüssel zum Erfolg. „Wir müssen wieder mehr Bewusstsein für das Problem schaffen, die Ernährungsbildung in den Vordergrund rücken sowie den Verbrauchern wichtige Informationen besser zugänglich machen“, erklärt die Europaabgeordnete. So müssten unter anderem die Haltbarkeit der Lebensmittel verständlicher gekennzeichnet werden. Stichwort: Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Zudem fordert Müller, dass Lebensmittelspenden vereinfacht werden: „Das heißt für mich, dass wir die Akteure der Lebensmittelkette als Teil der Lösung betrachten - nicht als Ursache des Problems. Es ist an uns, einen positiveren Rahmen für Spenden zu schaffen und dadurch freiwilliges Engagement zu fördern.“ Mit dem vorliegenden Bericht setze die Europäische Union dazu wichtige Impulse.