24.01.2017
Ulrike Müller: Künftige Agrarpolitik muss vereinfacht werden und Rolle der Landwirtschaft stärken

Europaabgeordnete diskutiert mit Experten auf der Grünen Woche

Berlin. Im Rahmen des DBV-Fachforums „GAP nach 2020 - Herausforderungen für die Landwirtschaft“ diskutierten heute namhafte Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Berufsstand die Herausforderungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Neben den Präsidenten des Deutschen sowie des Französischen Bauernverbands nahmen auch Vertreter der Europäischen Kommission, des Bundesministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sowie der Universität Wageningen teil. Als Vertreterin des Europäischen Parlaments forderte die Abgeordnete Ulrike Müller einen Abbau der überzogenen Bürokratie sowie eine Stärkung bäuerlicher Vermarktungsstrukturen. „Die GAP steht vor großen Herausforderungen. Von Digitalisierung über gesellschaftliche Akzeptanz bis hin zu Folgen des Brexit - wir müssen die GAP fit für die Zukunft machen. Dazu gehört in erster Linie eine Vereinfachung der Vorschriften sowie eine Stärkung der Rolle von Landwirten in der Wertschöpfungskette“, betont die FREIE WÄHLER Europaabgeordnete Ulrike Müller.

Die letzte Agrarreform hat durch die Einführung neuer Auflagen für Landwirte (z.B. sogenannte Greening-Maßnahmen) zusätzliche Bürokratie geschaffen. Das Europäische Parlament diskutiert zurzeit eine Reihe von notwendigen Vereinfachungen und Korrekturen, die bis Ende des Jahres umgesetzt werden sollen (Omnibus-Paket). Darüber hinaus hat eine Expertengruppe im Auftrag der Europäischen Kommission eine Reihe von Vorschlägen zur Stärkung landwirtschaftlicher Betriebe gemacht. Dazu zählt u.a. ein effektives Risikomanagement, die Beseitigung unfairer Handelspraktiken oder die Stärkung von Erzeugergemeinschaften: „Die Landwirte brauchen Planungssicherheit. Daher setze ich mich auch in Zukunft für eine starke GAP ein, die eine flächendeckende Landwirtschaft in Europa ermöglicht. Weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung für Landwirte und finanzielle Unterstützung als Ausgleich für hohe Umwelt- und Qualitätsstandards müssen dabei die Grundlage bilden“, so Ulrike Müller weiter.